Elsterrafting

Schon lange war es Georgs und mein Traum, einmal am Elsterrafting teilzunehmen. Jedes Jahr am dritten Aprilwochenende besteht durch das Engagement des Plauener Camp Markts die Möglichkeit, mit Schlauchbooten von Plauen aus die Elster bis hinab zur Rentzschmühle zu befahren. Um genug Wasser für diesen Spaß zu haben, wird sogar für wenige Stunden der Ablauf der Talsperre Pirk geöffnet. Doch das Elsterrafting ist sehr beliebt und so sind die meisten Startplätze frühzeitig vergeben. Dieses Jahr jedoch hatten wir Glück und konnten zwei ergattern. Mir wurde die Sache mit meinem kleinen Passagier dann aber doch zu brenzlig und ich bot meine Dienste als Fahr- und Fotodienst an. Darüber freute sich dann vor allem Marcel, der meinen Platz rasch einnahm und für André gab es letztlich auch noch einen Platz. Nun stellte sich nur noch die Frage: würde die Talsperre wirklich geöffnet werden? Nach schneearmen Wintern wird auch in unseren Breitengraden das Wasser manchmal knapp und umso kostbarer. Doch eine Woche vor dem Start gab es Entwarnung, es sei genug Wasser vorhanden und alles könne wie geplant stattfinden.

So machten wir uns am Samstag, dem 16. April, gegen 14:15 Uhr auf dem Weg zur Plauener CarTrim. Am dortigen Elsterufer war der Startpunkt gelegen und wenige Minuten nach uns trudelten auch die anderen Teilnehmer dieses Durchgangs ein sowie Hans-Jürgen mit Schlauchbooten, Paddeln, Schwimmwesten und Helmen. Nun aber fix, denn der Zeitplan ist eng gesteckt. Bereits 17 Uhr war der nächste Durchgang angesetzt und so wurden die 6-Mann-Boote und die Ausrüstung rasch verteilt, dass es losgehen konnte. Zu Wasser gelassen trieben die Boote gemütlich auf der Elster dahin – mit den Paddeln gab es den notwendigen Antrieb. Ich sprang derweil ins Auto und fuhr zur Barthmühle, um auch meine Pflichten als Fotograf zu erfüllen. Dort angekommen konnte ich noch eine ganze Weile die Natur am Elsterufer genießen, bevor eines der Schlauchboote um die letzte sichtbare Biegung kam. Nun dauerte es nicht lange, bis alle an mir vorüberfuhren. Die Gesichter ein wenig angestrengt aber alle schauten durchweg glücklich aus. Wie ich später erfahren sollte, war nahe der Lochmühle einer der Paddler über Bord gegangen. Das bedeutet nicht nur Erheiterung, sondern auch die Einsicht, dass die Elster zwar ganz friedlich aussieht, aber doch nicht zu unterschätzen ist.

Mein Weg führte nun weiter zur Rentzschmühle. Dort waren bereits alle Helfer eingetroffen, die sich darauf vorbereiteten, die Boote aus dem Wasser zu holen und rasch wieder auf die Autos zu verladen. Wenige Minuten später tauchte schon das erste Schlauchboot auf. An der Rentzschmühle wartete auf die Teilnehmer derweil ein echtes Highlight: eine Art Stromschnelle musste überwunden werden und es war ein richtiger Spaß, den einzelnen Bootsmannschaften dabei zuzusehen. Danach noch einmal straff paddeln und das Ufer war erreicht.

Es war für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis und man kann nur dazu auffordern, sich auch einmal rechtzeitig für das Elsterrafting anzumelden. Den Unkostenbeitrag von 20 € pro Person ist es wirklich wert.

Christiane Fischer

Zurück