Frühlingswanderung - klimaneutral

Um einen Beitrag zur aktuellen Klimapolitik zu leisten, hatte sich Joachim Winzer mit seiner Wandergruppe eine CO2- neutrale Wanderung in der näheren Umgebung ausgedacht. 20 Wanderfreunde trafen sich bei vorfrühlingshaftem Wetter auf dem Bahnhof in Syrau um vor Ort auch das Engagement der Deutschen Bahn zum Klimaschutz in Augenschein zu nehmen.
Das Bahnhofsgebäude wird renaturiert, also sich selbst überlassen! Abgefallene Fliesen, verschmierte Wände und ein allseitig desolater Zustand lassen den Schluss zu, dass die DB auch künftig für das Gebäude keine CO2- Zertifikate zur Herstellung von Baumaterial erwerben wird!
Wir leisteten ebenfalls einen umweltbewussten Beitrag und fuhren mit dem Zug über Mehltheuer (umsteigen) nach Schönberg. Dabei wurde munter über die Erlebnisse des vergangenen Jahres geplaudert. Grönland, Südamerika, der Balkan, Asien - alles war dabei! Auf dem Bahnhof in Schönberg war der größte Teil der Wandergruppe aber das erste Mal - also Weltpremiere! Dazu noch eine herrliche Krokuswiese, die Drebach vogtländische Konkurrenz entgegensetzte.
Die Nasen meldeten aber auch „Umweltalarm“- industrielle Massentierhaltung! Also schnell in den Wald, auf perfekt ausgeschilderten Wegen, Rucksack auf, an der ersten Rast Müsli raus und Wasser aus Vulkangestein genossen, dabei immer den Blick über die Hügel und Täler des Vogtlandes. Eine schöne Tour, nicht herausfordernd, auf wenig begangenen, gut wanderbaren Wegen, fast ohne menschlichen Kontakt. Nicht ganz, denn einzelne, einsame Grundstücke wurden durch wolfsähnliche Hunde laut vernehmlich bewacht. Also doch Wolfserwartungsgebiet? Wieder was, was der Umwelt zu Gute kommt!
Die Internationalität unserer Frühlingswanderung wurde auch dadurch unterstrichen, dass ein Teil des Weges zum nationalen Kulturgut „Vogtländisches Mühlenviertel“ (Müllerburschenweg) und „EB- Fernwanderweg Eisennach-Budapest“ gehört. Wer den „Elm“ bisher in der Nähe von Braunschweig angesiedelt sah wurde eines Besseren belehrt, denn auch im Vogtland gibt es einen „Elmhübel“ (529 m)!
Das „Nachwandern“ wird sehr empfohlen, denn beim „Holzfäller“ in Mehltheuer wartete eine weitere umweltfreundliche Überraschung auf uns. Wir beschäftigten uns nun mit Wasserstoff (C2 H5OH), allerdings war die Farbe mehr gelb denn grün, aber Wasserstoff bleibt Wasserstoff!
Um den Übergang auf vegane Schnitzel zu erleichtern, versuchten sich einige Wanderfreunde als Einstieg am „frischen Grün“! Die Fachwelt streitet sich noch, ob nun Fleisch oder „vegan“ günstiger für das Klima ist, denn bei der Verdauung entsteht eine Unmenge des klimaschädlichen Methans! Vielleicht ist die Zeit nicht fern, wo es verpflichtend wird, vor dem Essen, gewissermaßen als „Vorspeise“, ein „Methan-Zertifikat“ zu erwerben!
Weiter ging es über Klein-Amerika, die Birkenallee zurück zum Bahnhof in Syrau. Eine kurzweilige, nicht anstrengende Wanderung über 12,5 km in die nähere Umgebung- einfach empfehlenswert!

 

Volker Friese

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